Publikation

Sozial­dar­wi­nismus in der Psych­iatrie des Dritten Reiches

Die Arbeit unter­sucht den Einfluss des Sozial­dar­wi­nismus auf die Psych­iatrie im Natio­nal­so­zia­lismus am Beispiel der Marsberger Kliniken und beleuchtet insbe­sondere die Rolle der Pflegenden. Ausgangs­punkt ist die ideolo­gische Veran­kerung rassis­ti­scher und sozial­dar­wi­nis­ti­scher Denkweisen, die durch politische Maßnahmen wie Gleich­schaltung, Führer­prinzip und gesetz­liche Regelungen tief in das Gesund­heits­wesen integriert wurden. Anhand histo­ri­scher Entwick­lungen werden struk­tu­relle Verän­de­rungen in der Pflege­aus­bildung und ‑organi­sation sowie die Einbindung von Pflege­per­sonal in das natio­nal­so­zia­lis­tische System darge­stellt. Der Beitrag analy­siert zudem zentrale Ereig­nisse und Maßnahmen wie Zwangs­ste­ri­li­sa­tionen, die Pogrom­nacht sowie die Kinder­eu­tha­nasie und Depor­ta­tionen von Patienten. Dabei wird aufge­zeigt, in welchem insti­tu­tio­nellen und gesell­schaft­lichen Kontext diese Handlungen statt­fanden und welche Funktionen medizi­ni­sches und pflege­ri­sches Personal innerhalb dieses Systems einnahmen. Abschließend wird die Bedeutung der histo­ri­schen Aufar­beitung für das berufs­ethische Verständnis in der Pflege thema­ti­siert.

Autor

Marco Di Bella

Veröffentlichungsjahr

2003

Schlagwörter

Aktion T4, Drittes Reich, Euthanasie, Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, Gleichschaltung, Marsberg, Nationalsozialismus, NS-Schwesternschaft, Patiententötung, Pogromnacht, Psychiatrie, Sozialdarwinismus, Zwangssterilisation

Quellen

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  14. Wolff H‑P, Wolff J (1994): Geschichte der Kranken­pflege. Basel

Zitationsvorschlag

Di Bella M (2003): Sozial­dar­wi­nismus in der Psych­iatrie des Dritten Reiches: Die Rolle der Pflegenden am Beispiel der Marsberger Kliniken. Hausarbeit. Köln