Gleich zweimal im Jahr verlagert sich mein Arbeitsplatz vom Büroschreibtisch am Barbarossaplatz hinter die Kongressbühne in der Friesenstraße: Im Spätherbst während des Interdisziplinären WundCongresses (IWC) beziehungsweise im Frühjahr zur Pflegefortbildung des Westens. Dann mutiere ich für kurze Zeit zum Bühnentechniker und gegebenenfalls sogar zum Regisseur.
So natürlich auch in diesem Jahr. Und jetzt nehme ich dich kurz mal mit auf dem Weg zu meinem temporären Arbeitsplatz. Ort des Geschehens: Die Sartory Säle, eine stadtbekannte und geschichtsträchtige Event-Location in Köln. Es ist der 22. Mai 2025 und heute findet die Pflegefortbildung des Westens statt.

Warum ich hier so grummelig dreinschaue? Als ich dieses Selfie gemacht habe, standen die Zeiger der Uhr gerade auf Viertel vor sechs. Die Nacht war kurz, meine Frau (sie ist im Rahmen der Kongressorganisation tätig) und ich waren da bereits seit vier Uhr früh auf den Beinen – und jetzt natürlich wieder einmal die allerersten vor Ort. Abgesehen davon habe ich noch viel zu wenig Koffein im Blut.

Kaum haben uns die Mitarbeitenden der Sartory Säle die Pforten geöffnet und für Beleuchtung gesorgt, geht es auch schon los: Erst einmal die beiden Aufsteller mit den Weghinweisen für die Teilnehmenden vor die Türen platzieren: Referierende und Aussteller nehmen den linken, sonstige Teilnehmende den rechten Eingang.

Weiter geht es durch den Eingangsbereich: Hier stehen bereits die Theken, an denen in circa zwei Stunden Kollegen das Publikum der Pflegefortbildung in Empfang nehmen und ihnen Namensschilder als Teilnahmelegitimierung austeilen. Der Bereich wurde am Vortag weitestgehend von meiner Frau und mir aufgebaut und eingerichtet; die letzten Details überlassen wir dann den Kolleginnen und Kollegen, die hier in etwa zwei Stunden übernehmen. Durch die Tür links kommt man im Übrigen zum Infopoint und zum separaten Anmeldebereich für Referierende und Aussteller.

Hinter der Anmeldung befindet sich eine weitere Theke, an der (bereits gut gefüllte) Kongresstaschen an die Teilnehmenden ausgehändigt werden. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmenden hier die Lanyards für ihre Namensschilder und können sich, wenn sie es denn mögen, ein gesponsertes Getränk mitnehmen. Hierfür stehen insgesamt drei Geschmacksrichtungen zur Verfügung – Kaffee ist leider nicht darunter.
Den Eingangsbereich hinter uns lassend gehen wir jetzt durch das Hauptfoyer. Vor allem in den Pausen werden sich hier voraussichtlich die meisten Teilnehmenden aufhalten. Das liegt zum einen an dem Catering (zum Mittag gibt es lecker Kartoffelsuppe), dass hier dann aufgebaut sein wird, und zum anderen an den Ausstellern, die hier ihre Standflächen haben.

Apropos Ausstellung: Am noch nicht final eingerichteten Stand der PWG-Seminare erblicke ich eine Sammlung von mir erstellten Broschüren und Foldern, wie beispielsweise den FIP-Flyer. Die eigenen Arbeiten – sie verfolgen einen auf Schritt und Tritt…
So, jetzt aber zügig durch das Hauptfoyer, dann über die Treppe in den ersten Stock und quer durch das obere Foyer zu unserem Ziel: Den Bühneneingang des Ostermann-Saals. Für Interessierte: Der kleinere der beiden Säle im Hause Sartory wurde benannt nach Willi Ostermann, einem Komponisten und Texter von Heimat- und Karnevalsliedern hauptsächlich in Kölscher Mundart.

Und da wären wir – das ist mein heutiger Arbeitsplatz. Den habe ich zusammen mit einem geschätzten Kollegen von Sartory, mit dem ich gemeinsam den heutigen Tag bestreiten werde, am Vortag bereits aufgebaut und vorbereitet (wir sind da schon recht gut eingespielt). Wenn alles nach Plan läuft, werden wir in wenigen Stunden von hier aus die Referierende mit Mikros und Presenter versorgen und PowerPoint- und Video-Präsentationen einspielen.
Das hier so viele Rechner aufgestellt sind, hat übrigens seinen guten Grund: Seit einigen Jahren findet im Rahmen der Pflegefortbildung des Westens ein sogenanntes „Innovationsforum“ statt: Das heißt, zwischen 11:00 und 13:00 Uhr werden 12 Unternehmen, verteilt auf drei Vorstellungsrunden, eine Produktneuheit präsentieren.

In den Vorstellungsrunden wird es dann auch stressiger – denn dann heißt es in jeder Runde: Viermal kurz hintereinander letzte Instruktionen an die Präsentatoren richten (und eventuell gut zureden, so manch einer stand noch nie auf einer Bühne), Mikro und Presenter verteilen, Präsentation und Counter starten, eventuell eingreifen, wenn die Präsentation nicht so recht will. Und kurz danach dann Präsentation wechseln, Counter zurücksetzen, Mikro und Presenter wieder in Empfang nehmen (oder von der Bühne einsammeln) – und das Spiel beginnt wieder von Neuem.
Für die einzelnen Pitches haben die Presentatoren im Übrigen nur jeweils zweieinhalb Minuten Zeit. Ein Counter, der sowohl von den Präsentatoren als auch vom Publikum eingesehen werden kann, zeigt die noch verbleibende Redezeit an – nach deren Ablauf wird gnadenlos abgewürgt.

Inzwischen ist auch der Beamer warmgelaufen und die Begrüßungspräsentation, an der ich die letzten Tage noch gefeilt habe, verrichtet zuverlässig ihren Dienst. Kurz noch einmal die E‑Mails checken – es könnte ja durchaus sein, dass der ein oder andere Referierende auf diesem Wege (und damit auf dem allerletzten Drücker) ihre Präsentationsdateien nachreichen (wahrscheinlicher ist aber, dass viele inmitten der Veranstaltung mit einem Stick in der Hand fuchtelnd bei mir auflaufen).
Ansonsten stehen heute früh im Wesentlichen nur noch letzte Soundchecks an. Und nun heißt es die Plätze einnehmen und auf die Dinge warten, die da kommen.
